Sie sind hier: Museum > Sonderausstellung

Sonderausstellungen

Die Sonderausstellungen sind im normalen Eintrittspreis enthalten.

Die digitale Küche - Mit Essen spielt man (nicht)

16.09.2019 bis 29.03.2020

Essen ist eine Notwendigkeit. Essen ist aber auch ein genussvolles Erlebnis – für den Geschmacks- und Geruchssinn, für den Tastsinn und ebenso für das Auge.
Das Kochen als Kulturpraxis begleitet die Menschheit seit ihren Anfängen und ist in Form von Traditionen und Riten, Rezepten und besonderen Darreichungsformen sowie speziellen Werkzeugen und Utensilien fest in unserer Kultur verankert.
So finden sich Nahrungsmittel nicht nur als Element in der Kunst seit jeher abgebildet, das Zubereiten einer Speise kann auch als künstlerischer Prozess verstanden werden.

Mit dem Aufkommen der modernen Massenmedien haben sich die uns alltäglich umgebenden Repräsentationen von Lebensmitteln zudem völlig geändert. Kochshows, Foodblogs und Ernährungstrends einerseits und soziale Medien wie Instagram (#foodporn) andererseits überfrachten uns mit Essensansichten – im doppelten Sinn.

Auch das Computerspiel greift das Thema Essen auf vielfältige Weise auf. So fungieren Früchte, Burger oder Bonbons nicht nur als appetitanregende Designelemente in Geschicklichkeitsspielen, Knobelspielen sowie Art-Games, Nahrung dient in vielen Spielen auch zum Auffüllen der Lebensenergie.
Küchen sind als Schauplatz in diversen Spiele-Genres zu finden, von Plattformspielen über Adventures bis hin zu Action-Titeln und Kochsimulationen lassen Spieler*innen wild mit Zutaten experi-mentieren. Business- und Management-Simulationen hingegen ermöglichen den Aufbau eines eigenen Restaurants.
Auch spielmechanisch verarbeiten Games die Notwendigkeit der Nahrungszufuhr als Spannung erzeugendes Element, beispielsweise indem die Spielfigur in einer kargen Umgebung vor dem Hungertod bewahrt werden muss.

Die Darstellung von Essen und seiner Zubereitung im Computerspiel ist so vielfältig wie das Medium selbst. Die interaktive Ausstellung DIE DIGITALE KÜCHE – MIT ESSEN SPIELT MAN (NICHT) nähert sich dem Themenfeld und lädt ihre Besucher*innen zu einer Reise in die Welt der virtuellen Leckerbissen ein.


PRODUKTION, KURATION, GRAFIK, REDAKTION, LEIHGABEN: Mascha Tobe & Philipp Frei [we love old games]
VIDEOPRODUKTION: Margarita Filipenko
SZENOGRAFIE: Mascha Tobe, Philipp Frei, Margarita Filipenko, K.-Peter Gerstenberger
LEKTORAT, ÜBERSETZUNG: Barthold Pelzer
PROJEKTASSISTENZ: Malina Riedl, Robert Lang
TECHNIK, AUSSTELLUNGSBAU: Matthias Oborski, Tobias Hermann, Martin Wagner

Eine Sonderausstellung des Computerspielemuseums
Idee und Produktion: we love old games

Mit freundlicher Unterstützung von: DJ TECHTOOLS

Aufschlag Games. Wie die digitalen Spiele in unser Leben traten


Die Sonderausstellung „Aufschlag Games“ lässt die Besucher in eine Zeit eintauchen, in der Computerspiele unser Alltagsleben eroberten. Die Zeitreise führt von den öffentlich aufgestellten Videospieleautomaten bis hin zu den Heimkonsolen aus verschiedenen Jahrzehnten. In authentisch nachinszenierten Erlebnisräumen können sich die Besucher an originalen Geräten die Anfänge unserer digitalen Informationsgesellschaft selbst erspielen.

Bereich Spielhalle

Von den 1970er-Jahren bis in die 1980er-Jahre waren es die Videoautomatenspiele, die den Takt vorgaben. Hier war es möglich, teure Computertechnik und auf das Spiel abgestimmte Ein- und Ausgabegeräte zu verbauen.

Heimbereich
- Wohnzimmer, späte 1970er-Jahre:
Die ersten Heimvideospiele wurden nicht als Spielzeuge für Kinder, sondern als Erwachsenen- bzw. Familienunterhaltung verkauft. In den Haushalten stand üblicherweise nur ein Fernseher im Wohnzimmer. Deshalb wurden diese Geräte z.B. durch Verwendung von Holzfurnieren den damals gebräuchlichen Designs angepasst.

- Hobbyraum, 1. Hälfte der 1980er-Jahre:
Nachdem Apple (1977) mit dem Apple II den ersten Heimcomputer erfolgreich etablierte, begannen immer mehr Menschen, sich privat mit der neuen Technik zu beschäftigen. Waren Computer vorher nur etwas für Spezialisten, konnten sich von nun an viel mehr Menschen diese neue Technik aneignen. Begünstigt durch einen schnell einsetzenden Preisverfall verbreiteten sich die Heimcomputer vor allem als Spielmaschinen schnell in den Haushalten.

- Kinderzimmer, 2. Hälfte der 1980er-Jahre:
Vor allem durch den Erfolg des japanischen Videospieleherstellers Nintendo veränderte sich das Image von Videospielen: Aus einem Vergnügen für alle Generationen wird zunehmend ein Kinderspielzeug. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch die Anschaffung von Zweitfernsehern für die Kinderzimmer und durch die erfolgreichen, mobilen, batteriegespeisten Spielgeräte. Dank ihrer Einfachheit waren diese Geräte so preisgünstig, dass auch Kinder sie von ihrem Taschengeld kaufen konnten.

- Wohnzimmer, Mitte der 1990er-Jahre:
In der Mitte der 1990er-Jahre finden wir den nächsten Meilenstein. Mit der CD-ROM erlangte ein optischer Datenträger Produktionsreife, der ein Vielfaches der Menge an Daten als die damals üblichen Datenträger speichern konnte. Damit ließen sich nun erstmals auch ganze Filmsequenzen und komplexe Soundtracks in ein Spiel packen. So war es nur konsequent, dass der Platz im Wohnzimmer wieder stärker in den Fokus rückte und die Videospielekonsolen als Multi-Media-Geräte vermarktet wurden.
Sonderausstellung
Aufschlag Games. Wie digitale Spiele in unser Leben traten.
Täglich 10:00 bis 20:00
Eintritt mit dem normalen Ticket

Die Vernissage fand am 7. Januar 2015 im Computerspielemuseum statt. Das Grußwort hielt der Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlin, Tim Renner, der die Ausstellung anschließend mit großem Interesse besichtigte.
Kontakt
Computerspielemuseum
Karl-Marx-Allee 93a
10243 Berlin

Besucherservice:
Tel.: +49 30 6098 8577
(täglich 10-20 Uhr)