Sie sind hier: Museum > Sonderausstellung

Sonderausstellungen

Die Sonderausstellungen sind im normalen Eintrittspreis enthalten.

ZEITREISE | TIME TRAVEL

Eine Sonderausstellung des Computerspielemuseums vom 24.6.2017 bis 27.8.2017

Wir schreiben das Jahr 1985. Auf der Kinoleinwand reist ein bis dahin unauffälliger Teenager in das Jahr 1955. Er beschleunigt den DeLorean auf exakt 88 Meilen pro Stunde und hinterlässt nichts als lodernde Reifenspuren.
Im gleichen Jahr wie der Film erscheint das Nintendo Entertainment System (NES) auf dem amerikanischen Markt, beendet die Marktstagnation während des Videospielcrashs der frühen Achtziger Jahre und ebnet den Weg für Spiele mit komplexer Narrative, die schon bald in tausenden Wohnzimmern gespielt werden. Das Zeitreisemotiv mag zwar ein alter Hut sein, aber besonders Science-Fiction-Klassiker der Achtziger wie Zurück in die Zukunft I (1985), Terminator (1984) und Bill und Teds verrückte Reise durch die Zeit (1989), verleihen dem Thema eine neue Faszinationskraft. Insofern verwundert es nicht, dass sich auch Computerspiele zunächst häufig als Filmadaptionen der Zeitreise annehmen. Während der Videospielmarkt sich rasch erholt, sitzen Spieler vor ihren Fernsehern und erleben ihre eigenen Zeitreise-Abenteuer.

Daran hat sich bis heute wenig geändert. Noch immer bedienen sich Spiele gerne an dem Themenkomplex, doch haben sich mit den technischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte auch die Möglichkeiten geändert, das Thema spielmechanisch und philosophisch zu bearbeiten.

Neben klassischen Zeitreisegeschehen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wie in dem Adventure Future Wars – Time Travellers (1989) beispielsweise, gibt es zahlreiche Games wie Braid (2008) und Life is Strange (2015), die die Zeitmanipulation als Rätsel aufbereiten, deren Lösung von essenzieller Bedeutung für den Spielverlauf ist. Seit Jahren buhlt ein gesättigter Videospielmarkt um die Aufmerksamkeit seiner Konsumenten. Um Einstiegshürden zu minimieren und Frustrationsgrenzen nicht auszureizen, etablieren sich Zeitmanipulationen wie Zeitlupen, bekannt aus Shootern wie Max Payne (2001), oder auch Rückspulmöglichkeiten in Racern wie
Dirt (ab 2007).

Mit zehn exemplarischen Spielstationen lotet die interaktive Sonderausstellung ZEITREISE | TIME TRAVEL den Rahmen des Themenfeldes Zeitreisen aus, zeigt kreative und innovative Verarbeitungsansätze und macht jedes Exponat zu einer kleinen Zeitmaschine.

Produktion, Kuration, Szenographie, Texte, Grafik:
Philipp Frei, Mascha Tobe von “we love old games“
Produktionsleitung CSM: K.-Peter Gerstenberger
Technischer Support: Matthias Oborski
3D-Aninamtion: Margarita Filipenko
Projektassistenz: Vincent Wolck, Gregor Häfner

Die Sonderschau im Forum des Hauses kann ohne Aufpreis mit dem Tagesticket besucht werden.

Aufschlag Games. Wie die digitalen Spiele in unser Leben traten


Die Sonderausstellung „Aufschlag Games“ lässt die Besucher in eine Zeit eintauchen, in der Computerspiele unser Alltagsleben eroberten. Die Zeitreise führt von den öffentlich aufgestellten Videospieleautomaten bis hin zu den Heimkonsolen aus verschiedenen Jahrzehnten. In authentisch nachinszenierten Erlebnisräumen können sich die Besucher an originalen Geräten die Anfänge unserer digitalen Informationsgesellschaft selbst erspielen.

Bereich Spielhalle

Von den 1970er-Jahren bis in die 1980er-Jahre waren es die Videoautomatenspiele, die den Takt vorgaben. Hier war es möglich, teure Computertechnik und auf das Spiel abgestimmte Ein- und Ausgabegeräte zu verbauen.

Heimbereich
- Wohnzimmer, späte 1970er-Jahre:
Die ersten Heimvideospiele wurden nicht als Spielzeuge für Kinder, sondern als Erwachsenen- bzw. Familienunterhaltung verkauft. In den Haushalten stand üblicherweise nur ein Fernseher im Wohnzimmer. Deshalb wurden diese Geräte z.B. durch Verwendung von Holzfurnieren den damals gebräuchlichen Designs angepasst.

- Hobbyraum, 1. Hälfte der 1980er-Jahre:
Nachdem Apple (1977) mit dem Apple II den ersten Heimcomputer erfolgreich etablierte, begannen immer mehr Menschen, sich privat mit der neuen Technik zu beschäftigen. Waren Computer vorher nur etwas für Spezialisten, konnten sich von nun an viel mehr Menschen diese neue Technik aneignen. Begünstigt durch einen schnell einsetzenden Preisverfall verbreiteten sich die Heimcomputer vor allem als Spielmaschinen schnell in den Haushalten.

- Kinderzimmer, 2. Hälfte der 1980er-Jahre:
Vor allem durch den Erfolg des japanischen Videospieleherstellers Nintendo veränderte sich das Image von Videospielen: Aus einem Vergnügen für alle Generationen wird zunehmend ein Kinderspielzeug. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch die Anschaffung von Zweitfernsehern für die Kinderzimmer und durch die erfolgreichen, mobilen, batteriegespeisten Spielgeräte. Dank ihrer Einfachheit waren diese Geräte so preisgünstig, dass auch Kinder sie von ihrem Taschengeld kaufen konnten.

- Wohnzimmer, Mitte der 1990er-Jahre:
In der Mitte der 1990er-Jahre finden wir den nächsten Meilenstein. Mit der CD-ROM erlangte ein optischer Datenträger Produktionsreife, der ein Vielfaches der Menge an Daten als die damals üblichen Datenträger speichern konnte. Damit ließen sich nun erstmals auch ganze Filmsequenzen und komplexe Soundtracks in ein Spiel packen. So war es nur konsequent, dass der Platz im Wohnzimmer wieder stärker in den Fokus rückte und die Videospielekonsolen als Multi-Media-Geräte vermarktet wurden.
Sonderausstellung
Aufschlag Games. Wie digitale Spiele in unser Leben traten.
Täglich 10:00 bis 20:00
Eintritt mit dem normalen Ticket

Die Vernissage fand am 7. Januar 2015 im Computerspielemuseum statt. Das Grußwort hielt der Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlin, Tim Renner, der die Ausstellung anschließend mit großem Interesse besichtigte.
Kontakt
Computerspielemuseum
Karl-Marx-Allee 93a
10243 Berlin

Telefon Besucherservice:
+49 30 6098 8577
(täglich 10-20 Uhr)